Gute Arbeit und Chancen für alle

Veröffentlicht am 11.09.2009 in Abteilung

Lebenslanges Lernen wird das Motto der Arbeit von morgen sein – da ist sich Andrea Nahles, stellvertretende Vorsitzende der SPD und Mitglied im Kompetenzteam von Frank- Walter Steinmeier für Bildung und Integration, ganz sicher. Im Innenhof der GSL-Sprachenschule stellte Nahles auf der Diskussionsveranstaltung der SPD Berlin-Nordost den Besucherinnen und Besuchern ihren Weiterbildungsfahrplan vor:

Jeder Arbeitnehmerin, jedem Arbeitnehmer und jede Arbeitslose, jeder Arbeitslose soll die Möglichkeit haben künftig ihr bzw. sein Fachwissen testen zu lassen. Dieser Kompetenzcheck dürfe aber nicht in Betrieben passieren, sondern müsste von einem professionellen Assessementcenter durchgeführt werden. Erfahrungen zeigten, dass ansonsten aus Angst vor dem Betrieb die Befragten falsch aussagen. „Eine Kultur des Weiterbildens“ forderte Nahles in Deutschland. Frauen und Männer könnten so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigern und ihre Position an ihrem Arbeitsplatz sichern und verbessern. Der Vorteil für die Unternehmen läge auch klar in der Hand. Sie hätten somit qualifizierte Fachkräfte auf dem aktuellsten Stand. Um bundesweit Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten zu können, müsse die Bundesagentur für Arbeit mit regionalen Weiterbildungsnetzwerken zusammenarbeiten.

Aus dem Publikum wurde heftigst das föderalistische System in Deutschland kritisiert. Es behindere die Chancengleichheit auf Bildung für alle, um später einen guten Arbeitsplatz zu finden. Dem widersprach Nahles. In jedem Bundesland gebe es zwar ein anderes Schulsystem, aber seit zehn Jahre sei eine eindeutige Entwicklung von Ganztagsschulen in allen Ländern zu beobachten. Problematisch sei aber vor allem, die gegensätzliche Ideologie und Praxis der Konservativen: Offiziell stehen sie für ein dreigliedriges Schulsystem. In Wirklichkeit rangeln sie darum Hauptschulen in Realschulen umwandeln zu können, da keine Eltern mehr ihre Kinder auf Hauptschulen schicken. Die SPD möchte daher die Bundeskultusministerkonferenz stärken, um Lernweisen und Lernstandards in Deutschland zu vereinheitlichen.

Verfasserin: Petra Wolf (SPD Reinickendorf)