Kleine Wahlkampfnachlese der Abteilung 15

Veröffentlicht am 21.11.2011 in Wahlen

Mit dem Wahltag am 18. September ging ein intensiver und ereignisreicher Wahlkampf in unserem Abteilungsgebiet zu Ende. Auch wenn uns der ganz große Erfolg, die Erringung des AGH-Direktmandates knapp verwehrt war, bleibt festzuhalten, dass wir uns als SPD im südlichen Prenzlauer Berg sehr gut positionieren konnten. Denn die Voraussetzungen für diesen Wahlkampf waren alles andere als ideal. Die Umfragen des Jahres 2010 sahen die Bündnisgrünen in Berlin weit vor uns - auf unser Abteilungsgebiet herunter gerechnet, hätte dies einen haushohen Sieg der Grünen bedeutet. Dass wir trotz dieser ungünstigen Voraussetzungen bei der Wahl am Ende sogar ein besseres Ergebnis erzielten, als die SPD auf Landesebene, hat einige Gründe die in dieser Wahlnachlese angeführt werden sollen.

Zum Beginn ist es uns mit dem Bürgerforum zur Aufstellung der Kandidaten für die Abgeordnetenhaus und BVV-Wahl im November 2010 gelungen, öffentliche Aufmerksamkeit für uns als örtliche SPD und für die von uns nominierten Kandidaten zu erlangen. Im Gegensatz zu unseren politischen Konkurrenten haben wir dann auch den Wahlkampf sehr früh begonnen. Mit weiteren Bürgerforen (z.B. zum Umbau der Kastanienallee und zur Energiewende) im ersten Halbjahr 2011 waren wir in der örtlichen Presse präsent und konnten Besucherinnen und Besucher für unsere Veranstaltungen gewinnen, die wir mit klassischen Wahlkampfveranstaltungen eher nicht erreicht hätten. Weiterhin haben wir den Abgeordnetenhauswahlkampf ganz offiziell bereits Ende Mai mit dem Start von „Severins Sommertour“, mit regelmäßigen und öffentlichen Besuchen von interessanten Einrichtungen, Vereinen und Initiativen in unserem Kiez begonnen. Abgesehen von einer kleinen Sommerpause wurde diese Reihe bis zum Wahltag fortgesetzt und auch hier konnten wir in eher grüne Milieus vordringen. Ebenso haben wir regelmäßige Info-Stände schon vor Beginn der heißen Wahlkampfphase auf dem Markt am Kollwitzplatz, vor Kaufhallen im Abteilungsgebiet und auch an neuen Standorten durchgeführt. Dies alles sind Faktoren die sich sicherlich positiv auf unser Wahlergebnis ausgewirkt haben. Wahlkampferfahrene Genossinnen und Genossen langjähriger Wahlkampferfahrung haben erleben können, dass es in den letzten Jahren wohl kaum einen Wahlkampf im Prenzlauer Berg gab, bei dem uns an Infoständen und bei Veranstaltungen eine offene Gesprächsbereitschaft und große Sympathie entgegen gebracht wurden. Dies alles, sowie die Veranstaltung „ Klaus im Kiez“ haben dazu beigetragen , dass wir in der angeblich grünen Hochburg rund um den Kollwitzplatz deutlich besser abschneiden konnten als bei vergangenen Wahlen und in einer ganzen Reihe von Stimmbezirken vor den Grünen liegen. Bemerkenswert ist auch, dass wir in den Randgebieten des Wahlkreises, in denen wir ganz bewusst Veranstaltungen und Briefaktionen gemacht haben (Thälmannpark und Mendelssohnstraße) deutlich als stärkste Partei hervor gegangen sind. In diesen Plattenbauvierteln, in denen traditionell die PDS / Die Linke vorne lag, haben wir uns zur stärksten Kraft entwickelt und die Grünen spielen dort nur eine marginale Rolle. Gleichwohl bleibt für den Wahlkampf als Wermutstropfen anzumerken, dass angesichts der Mitgliederstärke unserer Abteilung unser Mobilisierungsgrad bei den eigenen Mitgliedern schlecht ist und wir kaum 10% der Mitgliedschaft motivieren konnten. Mit dem kleinen Kern von überaus aktiven und fleißigen Genossinnen und Genossen haben wir eine Vielzahl von Aktionen bewerkstelligen können, Spenden aus der Mitgliedschaft haben dabei sehr geholfen, hielten sich aber im Verhältnis zur Finanzkraft unserer Abteilung im Rahmen. Vor diesem Hintergrund bleibt trotz unseres erfreulichen Abschneidens die Frage, ob wir mit mehr Beteiligung aller Mitglieder nicht auch hätten mehr erreichen können. Das Wahlergebnis sollte uns deshalb bei aller Freude über Erfolge auch ein Ansporn sein, im südlichen Prenzlauer Berg nicht nur in Stimmbezirken sondern auch in den Gegenden in denen die Grünen weit vor uns liegen (z.B. rund um die Marienburger Straße) in den kommenden Monaten und Jahren mehr und mehr an Bedeutung dazu zu gewinnen. Wir haben im Abteilungsvorstand bereits beraten, dass wir verstärkt in die verschiedenen Kieze unseres Abteilungsgebieten gehen wollen und dort Veranstaltungen, Info-Stände und andere interessante öffentliche Aktionen regelmäßig auch außerhalb der Wahlkampfzeit durchführen wollen. Dies alles kann nur gelingen wenn jede Einzelne und jeder Einzelne von Euch mitmacht. Bis zur nächsten Wahl im Herbst 2013 ist nicht mehr viel Zeit- wir sollten versuchen, den Schwung aus dem Abgeordnetenhauswahlkampf weiter zu tragen und unsere politische Arbeit auf mehreren Schultern zu verteilen – dann kann es uns gelingen, den südlichen Prenzlauer Berg nach vielen Jahren endlich wieder für die Sozialdemokratie zu gewinnen!