Volksentscheid 2009: Einführung des Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion

Veröffentlicht am 25.03.2009 in Abteilung

Plakate hängen an Pfosten und Masten: Es ist Wahlkampf. Vor der Europa- und der Bundestagswahl liegt noch ein Volksentscheid: am 26. April 2009. – Aber: Wo sind die Parteien? Im Bündnis „Pro Reli“ werben Kirchen, kirchliche Werke und Verbände, Jüdische Gemeinde sowie CDU und FDP für Religion als Wahlpflichtfach anstatt eines für alle verpflichtenden Ethikunterrichtes. Im Bündnis „Gemeinsam ist besser“ haben sich Lehrerverbände und -gewerkschaften, Eltern- und Schülervertretungen, andere Bekenntnisgemeinschaften und auch Christen mit SPD, Bündnis 90/Grüne und der Linken zusammengeschlossen und treten für die Beibehaltung des bisherigen verpflichtenden Ethikunterrichtes in den Klassen 7-10 sowie Religion als freiwilliges Unterrichtsfach ein.

Bei unserem Stammtisch am 24. März 2009 haben wir die Argumente beider Initiativen vorgestellt und kontrovers diskutiert. Die Einführung des Ethikunterrichts geht auf eine Initiative der Berliner SPD zurück. Eine ausführliche und breite – auch kontroverse – Debatte in der Partei hatte 2005 zu einem Beschluss mit großer Mehrheit auf dem Landesparteitag geführt, der der besonderen Berliner Situation Ausdruck verleiht: „Eine zeitgemäße, wertebezogene Bildung erfordert gerade in der pluralen Metropole Berlin integrative Unterrichtsformen, bei denen Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher politischer und religiöser, bzw. weltanschaulicher Auffassungen sich gemeinsam mit Fragen der Werteorientierung, mit unterschiedlichen Weltreligionen, Weltanschauungen und Lebensauffassungen beschäftigen und im Dialog lernen, eigene Vorstellungen weiterzuentwickeln, fremde Auffassungen und Lebensformen zu respektieren und zu verstehen.“ Bis Mitte 2006 hatte es an Berliner Schulen keinen verpflichtenden Werteunterricht gegeben.